Gitarrencheck vor dem Versand

Eine Gitarre soll nicht einfach nur gut aussehen, wenn sie unser Lager verlässt. Sie soll beim Kunden ankommen und sofort das tun, was sie tun soll: sich gut spielen lassen, sauber klingen, zuverlässig funktionieren und den Transport sicher überstehen.

Deshalb wird bei uns jede Gitarre vor dem Versand noch einmal kontrolliert – unabhängig davon, ob sie über den Großhandel, den Fachhandel oder eine Internetplattform angeboten wird und unabhängig davon, ob es sich um A-Ware oder entsprechend gekennzeichnete B-Ware handelt.

Festgestellte Abweichungen werden bewertet und – sofern erforderlich – vor dem Versand korrigiert, dokumentiert oder entsprechend der Warenklassifizierung berücksichtigt.

Jede Gitarre wird vor dem Versand sorgfältig geprüft
Gitarrencheck vor dem Versand

Warum wird jede Gitarre geprüft?

Eine Gitarre ist ein handwerklich und technisch komplexes Instrument. Holz ist ein natürlicher Werkstoff, Saiten stehen dauerhaft unter Spannung und auch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen können Einfluss auf das Instrument haben.

Außerdem können sich während Lagerung und Transport kleine Veränderungen ergeben. Deshalb betrachten wir die Prüfung vor dem Versand nicht als reine Sichtkontrolle, sondern als letzten Qualitäts- und Funktionscheck vor dem Weg zum Kunden.

Unser Anspruch:

Die Gitarre soll unser Haus in einem Zustand verlassen, in dem die wesentlichen optischen, mechanischen und elektronischen Funktionen geprüft wurden und das Instrument für den Versand fachgerecht vorbereitet ist.

1. Optische Kontrolle

Der erste Blick gilt dem gesamten Instrument. Dabei werden Korpus, Decke, Boden, Zargen, Hals, Kopfplatte, Griffbrett, Steg und die sichtbaren Hardware-Komponenten sorgfältig kontrolliert.

Bei lackierten Instrumenten achten wir unter anderem auf sichtbare Beschädigungen, auffällige Kratzer, Druckstellen, Lackfehler oder andere Abweichungen vom erwarteten Zustand. Auch Beschläge und Bedienelemente werden auf korrekten Sitz und erkennbare Beschädigungen geprüft.

Bei Naturholz und offenporigen Oberflächen ist dabei zu berücksichtigen, dass Holz ein gewachsenes Material ist. Maserung, Farbverlauf und kleinere natürliche Unregelmäßigkeiten sind nicht automatisch Mängel, sondern können Teil des individuellen Charakters des Instruments sein.

Werden optische Abweichungen festgestellt, werden diese hinsichtlich Art und Bedeutung bewertet. Bei B-Ware ist entscheidend, dass vorhandene relevante Abweichungen entsprechend der Warenklassifizierung berücksichtigt und dem Kunden transparent vermittelt werden.

2. Kontrolle von Korpus und Konstruktion

Vor der eigentlichen Einstellung wird geprüft, ob das Instrument einen insgesamt ordnungsgemäßen konstruktiven Zustand aufweist. Dabei achten wir unter anderem auf den Sitz von Steg und Sattel, auffällige Risse, lose Bauteile, ungewöhnliche Spaltmaße sowie sichtbare Veränderungen an stark belasteten Bereichen.

Bei akustischen Gitarren verdienen insbesondere Steg, Decke, Halsübergang und Kopfplatte besondere Aufmerksamkeit, da diese Bereiche während Herstellung, Lagerung und Transport besonderen Belastungen ausgesetzt sein können.

3. Halskontrolle

Der Hals wird auf seine Geometrie und die vorhandene Halskrümmung überprüft. Dabei wird mit geeigneten Mess- und Prüfwerkzeugen kontrolliert, ob sich der Hals innerhalb des für das jeweilige Instrument sinnvollen Einstellbereichs befindet.

Eine leichte Halsentlastung kann konstruktiv notwendig sein, damit die Saiten frei schwingen können. Zu viel Krümmung kann dagegen zu einer unnötig hohen Saitenlage führen, während eine zu geringe Halsentlastung beziehungsweise eine Rückwärtskrümmung Schnarren begünstigen kann.

Falls eine Korrektur notwendig ist und das Instrument über einen geeigneten verstellbaren Halsstab verfügt, kann die Halskrümmung entsprechend den Vorgaben des Instruments vorsichtig eingestellt werden.

Die konkrete Einstellung richtet sich nicht nach einem einzigen universellen Wert. Saitenstärke, Stimmung, Instrumentenkonstruktion und Spielweise müssen berücksichtigt werden.

4. Saitenlage

Eine gut eingestellte Saitenlage ist entscheidend für die Bespielbarkeit und die Klangreinheit der Gitarre. Ist sie zu niedrig, können die Saiten bei kräftigem Anschlag an den Bundstäbchen anschlagen. Ist sie zu hoch, wird das Greifen unnötig anstrengend und besonders in höheren Lagen kann sich das Spielgefühl verschlechtern.

Bei unseren Gitarren wird die Saitenlage nach einem für das jeweilige Instrument geeigneten Richtwert eingestellt. Dabei berücksichtigen wir den Instrumententyp und die verwendete Saitenstärke.

Als Ausgangspunkt verwenden wir grundsätzlich eine mittlere, ausgewogene Saitenlage, sofern für das jeweilige Modell nichts anderes vorgesehen ist. Damit möchten wir einen guten Kompromiss zwischen komfortabler Bespielbarkeit und möglichst geringer Schnarrneigung erreichen.

Weitere Informationen zur Saitenlage und zu den Zusammenhängen mit Halskrümmung und Saitenstärke finden Sie auf unserer Seite „Gitarrentuning – Tipps“.

5. Sattel und Stegeinlage

Auch Sattel und Stegeinlage werden kontrolliert. Diese Bauteile bestimmen maßgeblich die Höhe und Führung der Saiten und haben damit direkten Einfluss auf Spielbarkeit, Klang und Intonation.

Die Sattelkerben müssen zur jeweiligen Saite passen und dürfen weder unnötig hoch noch zu tief ausgeführt sein. Eine zu hohe Sattelposition kann das Greifen in den ersten Lagen erschweren und die Intonation beeinflussen. Zu tiefe Kerben können dagegen bereits bei offen gespielten Saiten zu Schnarren führen.

Bei akustischen Gitarren wird außerdem die Stegeinlage kontrolliert. Ihre Höhe und ihr korrekter Sitz haben unmittelbaren Einfluss auf die Saitenlage und die Kraftübertragung auf die Decke.

Falls eine Korrektur erforderlich ist, erfolgt sie vorsichtig und unter Berücksichtigung der vorgesehenen Saitenstärke und der Geometrie des jeweiligen Instruments.

6. Griffbrett und Bundierung

Eine gute Saitenlage allein garantiert noch keine saubere Bespielbarkeit. Deshalb wird auch das Griffbrett mit seinen Bundstäbchen kontrolliert.

Wir achten auf auffällige Beschädigungen, lose oder überstehende Bundstäbchen sowie andere sichtbare Auffälligkeiten, die das Spielgefühl oder die Klangreinheit beeinträchtigen könnten.

Bei der Funktionskontrolle wird außerdem darauf geachtet, dass die Töne über das Griffbrett sauber ausklingen und keine ungewöhnlichen Schnarr- oder Nebengeräusche auftreten.

7. Mechanik und Stimmung

Die Stimmmechaniken werden auf korrekten Sitz, gleichmäßigen Lauf und zuverlässige Funktion überprüft.

Eine gute Mechanik sollte sich kontrolliert und ohne unnötiges Spiel bedienen lassen. Gleichzeitig muss sie die eingestellte Saitenspannung zuverlässig halten.

Anschließend wird die Gitarre gestimmt und kontrolliert, ob sich die Saiten nach dem Stimmen stabil verhalten. Dabei wird auch darauf geachtet, ob ungewöhnliche Reibung an Sattel oder Mechanik auffällt.

8. Tonabnehmer und Equalizer

Bei Gitarren mit elektronischer Tonabnahme wird das Instrument an einen geeigneten Verstärker beziehungsweise ein entsprechendes Audiosystem angeschlossen.

Anschließend werden die vorhandenen Funktionen kontrolliert. Dazu gehören – abhängig vom jeweiligen Modell – unter anderem Tonabnehmer, Lautstärkeregler, Klangregelung, Schalter, Phasenfunktionen, Equalizer, Stimmgerät und Ausgangsbuchse.

Dabei achten wir nicht nur darauf, ob ein Signal vorhanden ist. Auch auffällige Nebengeräusche, Kontaktprobleme, Aussetzer oder ungewöhnliches Verhalten der Bedienelemente werden überprüft.

Bei elektroakustischen Gitarren mit aktivem Vorverstärker wird außerdem kontrolliert, ob die Stromversorgung beziehungsweise Batterie ordnungsgemäß funktioniert.

9. Spiel- und Funktionstest

Nach den einzelnen Kontrollen wird das Instrument als Ganzes betrachtet. Die Gitarre wird gespielt und dabei auf Spielbarkeit, Klangreinheit, Stimmung und auffällige Nebengeräusche geprüft.

Dabei geht es nicht darum, jedem Musiker bereits ab Werk seine persönliche Wunscheinstellung zu liefern. Eine individuelle professionelle Einstellung kann beispielsweise eine andere Saitenstärke oder Saitenlage erfordern.

Unser Ziel vor dem Versand ist vielmehr, sicherzustellen, dass die Gitarre innerhalb ihrer vorgesehenen Spezifikation und mit einer ausgewogenen Grundeinstellung unser Haus verlässt.

10. Saiten und Grundeinstellung

Vor dem Versand wird außerdem der Zustand der Saiten kontrolliert. Bei Bedarf werden die Saiten gewechselt beziehungsweise das Instrument mit einem geeigneten neuen Saitensatz versehen.

Werden andere Saitenstärken oder Saitentypen verwendet, kann dies Einfluss auf Halskrümmung, Saitenlage und gegebenenfalls weitere Einstellungen haben. Deshalb betrachten wir Saitenwechsel und Grundeinstellung nicht als voneinander unabhängige Arbeiten.

11. Sichere Verpackung für den Versand

Nach dem technischen und optischen Check ist die Gitarre noch nicht fertig für den Versand. Gerade bei einem empfindlichen Instrument ist eine sichere Verpackung ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätskontrolle.

Unsere Gitarren werden deshalb nach einem mehrstufigen Verpackungskonzept vorbereitet. Das Instrument befindet sich zunächst in einem stabilen, doppelwelligen Innenkarton. Dieser wird anschließend in einen weiteren doppelwelligen Außenkarton eingesetzt.

Zwischen Innen- und Außenkarton befinden sich zusätzliche Verpackungs- und Polsterelemente. Dadurch entsteht eine weitere Schutzschicht, die das Instrument gegenüber Stößen und äußeren Belastungen während des Transports besser abschirmt.

Unser Verpackungsprinzip:

Gitarre → doppelwelliger Innenkarton → zusätzliche Schutz- und Polsterschicht → doppelwelliger Außenkarton

Wichtig ist dabei nicht nur die Stärke des Kartons. Der Inhalt muss innerhalb der Verpackung so gesichert sein, dass er sich während des Transports möglichst wenig bewegen kann. Genau diese Kombination aus stabiler Außenverpackung und geeigneter Innenpolsterung ist entscheidend für einen sicheren Versand.

Zusätzliche Kennzeichnung

Jeder Außenkarton wird zusätzlich mit unserem roten Warnklebeband für empfindliche beziehungsweise bruchgefährdete Ware versehen.

Eine solche Kennzeichnung ersetzt selbstverständlich nicht die stabile Verpackung und die ausreichende Polsterung. Sie dient vielmehr als zusätzlicher Hinweis beim Umgang mit dem Paket.

12. Der letzte Blick vor dem Versand

Bevor das Paket unser Haus verlässt, erfolgt noch einmal eine abschließende Kontrolle von Instrument und Verpackung. Dabei wird geprüft, ob alle vorgesehenen Zubehörteile vorhanden sind, das Instrument korrekt geschützt ist und die Versandverpackung ordnungsgemäß verschlossen wurde.

Erst wenn diese letzte Kontrolle abgeschlossen ist, wird die Gitarre für den Versand freigegeben.

Von der Werkbank bis zum Versandkarton

Unser Gitarrencheck ist kein einzelner kurzer Blick auf das Instrument. Optik, Konstruktion, Hals, Saitenlage, Sattel, Steg, Mechaniken, Elektronik, Spielbarkeit und Verpackung gehören zusammen. So möchten wir sicherstellen, dass die Gitarre nicht nur gut aussieht, sondern auch gut vorbereitet und sicher auf die Reise geht.

Unsere Kontrolle vor dem Versand umfasst: Optik + Konstruktion + Hals + Saitenlage + Sattel + Steg + Bünde + Mechanik + Elektronik + Funktionstest + Verpackung