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Eingebaute Mechanik

Die Stimmmechanik gehört zu den unscheinbaren, aber wichtigen Bauteilen einer Gitarre. Sie sorgt dafür, dass sich jede Saite präzise stimmen lässt und die eingestellte Tonhöhe zuverlässig gehalten werden kann.

Die Stimmmechanik einer Gitarre
Die Stimmmechanik einer Gitarre

Was macht die Stimmmechanik?

Die Stimmmechanik – häufig einfach Mechanik oder Machine Head genannt – dient dazu, die Spannung jeder einzelnen Saite zu verändern. Dadurch lässt sich die Gitarre auf die gewünschte Tonhöhe stimmen.

Im Inneren arbeitet ein kleines Getriebe. Die Drehbewegung des Stimmknopfes wird über eine Schnecke und ein Schneckenrad auf die Achse beziehungsweise den Saitenpfosten übertragen. Dadurch kann die Saitenspannung sehr fein verändert werden.

Eine hochwertige Mechanik zeichnet sich vor allem durch eine gleichmäßige und präzise Bedienung, eine möglichst geringe mechanische Toleranz und eine zuverlässige Funktion über viele Jahre aus.

Wichtig ist jedoch: Die Stimmstabilität einer Gitarre hängt nicht allein von der Mechanik ab. Auch Sattel, Saiten, Saitenaufwicklung, Hals, Temperatur und die gesamte Konstruktion des Instruments spielen eine Rolle.

Aus welchen Teilen besteht eine Mechanik?

Je nach Bauart unterscheiden sich die einzelnen Konstruktionen, das Grundprinzip bleibt jedoch ähnlich.

Stimmknopf

Der Stimmknopf wird mit der Hand gedreht. Über ihn gibt der Spieler die Drehbewegung an das Getriebe weiter.

Schnecke & Schneckenrad

Das Getriebe reduziert die Drehbewegung und ermöglicht eine feinfühlige Einstellung der Saitenspannung.

Achse & Saitenpfosten

Auf dem Saitenpfosten wird die Saite aufgewickelt. Durch seine Drehung wird die Spannung der Saite verändert.

Die verschiedenen Bauarten

Stimmmechaniken gibt es in unterschiedlichen Bauformen. Welche Ausführung verwendet wird, hängt unter anderem von der Bauart der Gitarre, dem gewünschten Erscheinungsbild und den konstruktiven Anforderungen ab.

Offene Mechanik

Bei einer offenen Mechanik ist das Getriebe von außen sichtbar. Schnecke und Schneckenrad liegen frei und sind dadurch unmittelbar zugänglich.

Diese Bauart findet man besonders häufig bei klassischen Gitarren und bei bestimmten traditionellen oder vintage-orientierten Instrumenten.

Da das Getriebe nicht vollständig gekapselt ist, können Staub und Schmutz leichter eindringen. Eine gelegentliche Reinigung und bei Bedarf eine sparsame Schmierung können deshalb sinnvoll sein.

Geschlossene Mechanik

Bei geschlossenen Mechaniken befindet sich das Getriebe in einem Gehäuse. Dadurch sind die beweglichen Teile besser vor Staub und anderen äußeren Einflüssen geschützt.

Diese Bauart ist bei vielen Westerngitarren und E-Gitarren verbreitet und verbindet eine robuste Konstruktion mit einer vergleichsweise geringen Wartungsanforderung.

Je nach Ausführung kann das Gehäuse unterschiedliche Möglichkeiten zur Wartung oder Einstellung bieten.

Gekapselte Die-Cast-Mechanik

Bei dieser modernen Bauform ist das Getriebe vollständig in einem kompakten Gehäuse eingeschlossen. Der Begriff Die-Cast bezeichnet dabei die Herstellung des Gehäuses im Druckgussverfahren.

Das Getriebe wird bereits bei der Herstellung mit einem geeigneten Schmiermittel versehen. Im normalen Betrieb ist daher keine regelmäßige Schmierung des inneren Getriebes vorgesehen.

Diese Bauart ist heute bei vielen modernen Stahlseiten- und E-Gitarren zu finden.

Materialien und Oberflächen

Stimmmechaniken bestehen aus zahlreichen präzise gefertigten Einzelteilen. Für Getriebe, Achsen und Gehäuse kommen je nach Konstruktion unterschiedliche Metalle und Legierungen zum Einsatz.

Die sichtbaren Metallflächen können anschließend unterschiedlich oberflächenbehandelt oder beschichtet werden. Häufig anzutreffen sind beispielsweise Chrom-, Nickel- oder Goldoberflächen, daneben gibt es auch schwarze und andere Ausführungen.

Die Oberflächenveredelung dient dabei nicht nur dem Aussehen. Sie kann das Material auch vor Korrosion und äußeren Einflüssen schützen.

Unsere Wilkinson-Mechaniken

Bei einem großen Teil unserer Gitarren kommen Wilkinson-Stimmmechaniken zum Einsatz. Wilkinson ist eine seit vielen Jahren bekannte Marke im Bereich Gitarren-Hardware und bietet unterschiedliche Mechaniken für verschiedene Gitarrentypen und Bauformen an.

Je nach verwendetem Modell stehen dabei unterschiedliche Konstruktionsmerkmale zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise geschlossene Getriebe, verschiedene Übersetzungsverhältnisse und unterschiedliche Formen der Saitenpfosten.

Bei bestimmten Wilkinson-Modellen verfügt der Saitenpfosten über zwei Saitenlöcher. Dadurch kann die Saite auf unterschiedliche Weise eingefädelt werden. Je nach verwendeter Bohrung lässt sich dabei auch die wirksame Saitenspannung beziehungsweise das Spielgefühl beeinflussen.

Warum eine gute Mechanik wichtig ist

Beim Stimmen einer Gitarre kommt es nicht darauf an, dass sich der Stimmknopf lediglich drehen lässt. Entscheidend ist, dass die Bewegung kontrolliert, gleichmäßig und präzise auf die Saite übertragen wird.

Eine gut gefertigte Mechanik ermöglicht dadurch eine feinfühlige Einstellung der Tonhöhe. Gleichzeitig sollte das Getriebe ausreichend stabil sein, damit die eingestellte Position unter der normalen Saitenspannung zuverlässig erhalten bleibt.

Die Mechanik ist damit ein kleines, aber entscheidendes Bindeglied zwischen dem Spieler und der Saite: Jede Bewegung am Stimmknopf wird unmittelbar in eine Veränderung der Saitenspannung umgesetzt.

Eine gute Mechanik allein macht noch keine stimmstabile Gitarre.

Eine zuverlässige Stimmung entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren. Neben der Qualität der Mechanik spielen insbesondere Sattel, Saiten, Saitenaufwicklung, Hals, Konstruktion und klimatische Bedingungen eine wichtige Rolle.

Präzise Stimmung entsteht aus dem Zusammenspiel von: Mechanik + Sattel + Saiten + Hals + Konstruktion + Einstellung
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